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Start: Dienstag, 1. November 2005
Treffpunkt der Meute gegen 2:00 Uhr morgens in Pforzheim bei Migge. Fahrt
gegen 03:00 Uhr nach Frankfurt - Flug geht 07:05 Uhr. Probleme beim Einchecken
wegen Migges Fussmaschine und vor allem wegen der Drumsticks. Personal
meint noch "wegen einer Person haette der Flieger nicht mehr gewartet".
Faengt ja gut an. Flug: 1 Std. 20 min. nach Amsterdam, Tuna- oder Kaesesandwich
mit Rosinen. WER tut Rosinen in ein Kaesebroetchen??? In Amsterdam ca.
2 Std. Aufenthalt und dann endlich GOING TO BRASIL!!! Ca. 11 Std. 30 min.
Flug. Ein Haeppchen jagt das andere und macht nur noch mehr Hunger. Haufenweise
bloede Filme (Madagaskar, Mr. & Mrs. Smith, Per Anhalter durch die Galaxis,...).
Was wir zu veganem Food im Flugzeug gelernt haben: Vorteil: Es kommt 15
min. frueher. Nachteil: Du bekommst erst richtig Hunger, wenn die anderen
alle ihr Essen bekommen. Flug verlaeuft weitgehend ruhig. Ein bisschen
im Reisefuehrer schmoekern bringt Folgendes zu Tage: Die Brasilianer treffen
sich gerne nachmittags zum "BIERTRINKEN" oder sie trinken auch gerne Cachaca
(Zuckerrohrschnaps) zum Fruehstueck - oft mit schnapsflambierten Wuerstchen!!!
Brasil wir kommen!
Ankunft - Dienstag Abend.
Warten in der Halle - keiner da. Den Rauchern und Jochen, die draussen
stehen, winkt ein Typ in einem Sprinter zu und faehrt weiter. Ist er das
oder will einer Touris entfuehren, die verloren am Flughafen stehen? Er
isses aber - hat nen Zettel dabei, auf dem "Accion Mutante" steht - das
hat ein Entfuehrer bestimmt nicht - oder? Er stellt sich als Ricardo vor
(ist auch Schlagzeuger von ARMAGEDOM). Erstmal nach dem Einladen an die
Tanke - Bier kaufen. Unterwegs mit Borella telefoniert bringt die Info
von ca. 1 Std. Fahrt. Stadt, Stadt, Stadt und kein Ende in Sicht. Eine
Skyline jagt die andere. Endlich angekommen gibt es einen herzlichen Empfang
von Borella, Duda, Caue, Gepeto und Ricardo. Während / nach ein paar Biers
die ersten Infos zum Ablauf. Ein Gig faellt aus, d.h. erstmal einen Tag
mehr am Strand; Shirts kommen am naechsten Tag; 4 Leute pennen bei Borella
/ Duda (Migge, Anette, Jasmin, Rossi), der Rest pennt bei Caue. Da wiederum
wird entschieden, dass Karsten und Winnie mit Caue noch auf Tour gehen,
der Rest geht pennen - 24 bis 26 Std. unterwegs haben ihr Uebriges getan.
Dafuer gibt´s next day nette Stories.
Mittwoch, 2. November 2005
Hundegebell weckt uns. Insgesamt gibt´s bei Borella 5 Hunde. Relaxtes
Fruehstueck. Nachmittags bringt Gepeto die Shirts und noch spaeter kommen
die restlichen Mutanten - erzaehlen von Drecksaufest, BBQ, Guns & Roses
Cover Band inkl. Kotzen vorm Tresen (Caue). Das ganze geht bis morgens
um 07:00 Uhr. Der Rest vom Abend geht gemuetlich zu Ende - Pizza and Beer!
Plan für den naechsten Tag: Trip nach Sao Paulo und da solls schon um
10:00 Uhr los gehen. Erwaehnenswert sicher noch das selbstgekochte Empfangsessen
vom Vorabend. Superlecker Bohnen, Reis, Sojagekreusel.
Donnerstag, 3. November 2005
Fruehstueck und Punkt 10:00 Uhr stehen die restlichen Mutanten vor der
Tuer. Gepeto kommt auch noch und ab geht´s Richtung Downtown S.P.. Nach
40 - 50 Min. Busfahrt durch Neverending City auf abenteuerlichem Straßenbelag
mit 100.000 Schlagloechern - Ankunft. Das erste Foto inkl. Kommentar von
Borella, dass heute nicht so viel los ist - WHAT??? Wir gehen den Weg
hoch - à Viaduto do Chá. Erste Station das große Rock´n´Roll-Kaufhaus
- Galeria do Rock. Wir decken uns ein mit Hangar 110-Shirts. Geldwechsel
funzt nicht wirklich. Immer wieder ettliche Piss- und Bierpausen. Borella
hat pfeifend "seine" Meute bestens im Griff. Kurzer Snack auf nem tiefer
gelegten Platz im Anhangabau Valley bei der Saobento Metrostation. Schluchten,
Großstadtdschungel... Wahnsinn die Dimensionen und nirgends ein Ende der
Stadt in Sicht. Auf jeden Fall kommen wir trinkend und laufend viel rum,
bis wir uns gegen 17:00 Uhr wieder auf den Heimweg machen. Winnie kauft
sich auch noch ein Berimbao. Zurueck bei Borella erst mal fressen, saufen,
Saiten zupfen. Gegen 21:00 Uhr soll´s losgehen. Ein Kumpel hat ne Bar
/ Kneipe. Da soll´s dann Top Caipis geben. Morgen geht´s auch gigtechnisch
los. Die Jungs wollen den Gig filmen. Jetzt gleich aber erst mal Kneipe.
NA GARAGE BAR Bar und Proberaum von ACAO DIRETA - die Bar von Marcao -
Schlagzeuger von A.D. Caipirinha satt und viel eiskaltes Bier . Galo von
A.D. ist heute Abend auch am Start. Er bringt uns etwas Deutsch bei...
z.B. "Hey Schnitte, wie geht´s?" oder "Schieb´s in Arsch!". Schoen angesoffen
geht's nachts heim - über rote Ampeln wegen "Ausrauben von Autos, die
an Ampeln stehen bleiben" - sehr vertrauenserweckend...
Freitag, 4. November 2005
Gig im Hangar 110 mit Social Chaos, Acao Direta, Presto
Abends Hangar 110: Es regnet und wir sind vergeblich auf der Suche
nach einer Bank, die Travellers Checks tauscht. Nach 4 - 5 Banken geben
wir auf und konzentrieren uns auf den ersten Gig. Das ist also der Hangar
110, 10 cm dicke Schicht "Etwas" im Dachgebälk, riesige Buehne - na ja,
eher riesig hoch und ... der rote Vorhang. Mit 5 Kameras wird der Gig
gefilmt. Letztlich soll das Material für einen Videosampler eines Musikmagazins
verwendet werden. Nervositaet ist angesagt. Wegen seinem extra langen
Mikrokabel hat Rossi die ersten 2 - 3 Songs Mikroprobleme und wird doch
wieder an die kurze Leine gelegt. Der Gig laeuft sonst prima, die Stimmung
ist voellig geil. Auch SOCIAL CHAOS und ACAO DIRETA kicken Arsch. Hangar
110 entspricht wohl dem CBGB und ist DER Kultschuppen in Sao Paulo. Auf
Grund der Pennplätze splitten wir uns wieder auf und Anette, Jasmin, Migge
und Rossi fahren mit Duda, Borella und seinem Kumpel Tranquera zu einem
Cousin von Borella, der seine eigene Bar hat. Aftershow-Chillout passt
wunderbar - es gibt noch leckerstes Futter und seltsamen Wurzellikoer.
Nach dem aufreibenden Tourstart genau das Richtige, um den ersten erfolgreichen
Abend ausklingen zu lassen. Uebrigens war das Feedback durchweg positiv
bis euphorisch.
Samstag, 5. November 2005
Gig in Braganca Paulista, Quadra Da Escola De Samba Nove De Julho mit
Acao Direta, Leptospirose, Katalepsia, Sujeito A Lixo, Virus No Sistema
Erstmal ausgeschlafen und eingekauft. Heute werden wir gegen 17:00/17:30
Uhr abgeholt. Davor noch alle zusammen zu einem Imbiss. Dann geht´s auch
schon los - mit ACAO DIRETA zusammen im Bus. Noch kurz zur Na Garage Bar
Equipment abholen. Das ganze wandert dann in den abenteuerlichen Anhaenger
- und los geht´s! (siehe Bild) Unglaublich, wir verlassen Sao Paulo Stadt
und fahren Richtung Sonnenuntergang, an riesigen Favellas (die Armenviertel
der Großstadt) vorbei, bis wir das erste Mal Natur, Gruen, Huegel
und Waelder sehen. Nach ca. 2 Std. Fahrt durch zum Teil absolute Finsternis
erreichen wir das Staedtchen. Der Laden selbst ist eigentlich eine Sambaschule.
Trotzdem kommen doch verhaeltnismaessig viele Leute. Und nachdem Gepeto
3x mit dem Eintrittspreis runter geht, kommt die Meute auch langsam rein
und in Fahrt. Nach 2 Bands spielen ACAO DIRETA und heizen dem Mob erst
mal richtig ein. Dabei vergessen die Jungs auch nicht für uns noch mal
die Werbetrommel zu rühren. Als wir dann auch endlich dran sind, blasen
wir alles weg. Die Metal-Crusten-Mischung kommt gut an. Mit ein paar "Biergeschenken"
haben wir die Meute auch schnell auf unserer Seite. Voellig flippen die
Leute aus, als erst Rossi und dann Karsten ins Publikum springen. Auch
hier ist das Feedback grandios. Leider eine recht arme Gegend, was wir
zuerst bei den Eintrittspreisen und spaeter bei unseren Merchverkaeufen
gemerkt haben. Egal, auch hier waeren wir wieder jederzeit herzlich willkommen.
Erwaehnenswert noch die Band nach uns, die leider vor einer fast leeren
Halle sehr geilen uralten Ami-HC spielen. Die Rueckfahrt vergeht Dank
eines kleinen Nickerchens wie im Flug.
Sonntag, 6. November 2005
Gig im Estudio Caffeine mit Imminent Chaos, Sistema Sangra, Spit Blood
Grosseinkauf für das Strandhaus und spaeter Nachmittag wieder Großabholung.
Mit drei Autos geht´s zu dem Club / Laden. Wieder jede Menge neue Gesichter
und Namen. Mit dabei wieder Gepeto, Caue, Batata uvm. Schon vorgewarnt
vor einem kleinen Laden ohne Buehne sind wir überrascht, wie klein der
Laden wirklich ist. Klein, gemuetlich, klasse. Normal auch Proberaum und
Studio. Erste Band die spielt ist die zweite Band von Caue und geben mit
Gastsänger(in) Vollgas. Danach noch 2 Bands. Waehrend das Publikum bei
den ersten 3 Bands noch sehr zurueckhaltend ist, rasten die Leute beim
Mutantenstadl voellig aus. Der winzige Laden ist gerammelt voll und das
totale Fehlen von Sauerstoff macht´s uns bei den Temperaturen extra schwer.
In der Mitte des Sets muss abgebrochen werden, bevor Migge vom Schemel
kippt. Noch ein Paeuschen vor den Zugaben. In allen Bereichen ein extremer
Gig. In allen Bereichen aber auch total genial. Angenehm auch, dass wir
nach dem Gig noch etwas Zeit für ein paar Chillout-Bierchen hatten. Und
so langsam faengt das Papito-Gelaber an... Rossi sieht aus wie Papito,
etc... Morgen geht´s dann recht frueh zum Strandhaus.
JUQUEHY
BEACH
Montag, 7. November 2005
Anvisiert ist Abfahrt um 09:00 Uhr. Nach 10-Borella-Minutes, also 2 Stunden
Verspaetung, geht´s dann mit Ricardos Bus los. Borella faehrt mit, um
uns vor Ort noch kurz alles zu zeigen. Ausserdem als Begleiter, Uebersetzer
und Kindermaedchen noch Giu (Gitarrist von ACAO DIRETA) und sein Freund
Eduardo. Ca. 2 Std. zum Teil recht aufregende Fahrt durch Dschungel, Huegel,
Death Valley und letztlich am Strand entlang. Was uns erwartet ist einfach
traumhaft. Riesen Haus mit Pool ca. 10 Gehminuten, über einen kleinen
Fluss, vom riesigen, fast menschenleeren Strand entfernt, an dem der Fluss
auch ins Meer muendet. Erstmal Chillout ist jetzt angesagt. Abends noch
Kochaktion, fressen, saufen, relaxen.
Dienstag, 8. November 2005
S H I T ! ! ! Es regent. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck splittet sich
der Haufen. Migge, Jacko, Anette, Karsten und Eddy wandern den Strand
entlang in abgelegene Ecken und machen Bekanntschaft mit einer einheimischen
Schnapppsbar. Der Rest - Winnie, Jasmin, Rossi und Giu checken das Oertchen,
den Markt und die lokalen Pubs. Nachdem sich die Horde nachmittags am
Haus wieder zusammenrottet geht´s nach einer kleinen Stärkung ans Eingemachte:
Bier, Caipis, Cachacas, Bierschiessen und als es abends endlich mal aufhoert
zu regnen verlagert sich das ganze nach draussen. Brazil, that´s the way
aha aha...
Mittwoch, 9. November 2005
Yeah! Wetter ist besser, so macht sich die Meute nach einem (na was wohl?)
ausgiebigen Fruehstueck direkt auf den Weg zum Strand. Nachdem Migge sich
den Titel "Mr. Lobster" holt, gibt´s gegen spaeter und nach ettlichen
Bierchen ne Jamsession am Pool. Berimbao, Gitarre, Sambatrommel und Rassel.
Soviel "Action" + Trinken macht hungrig. Die Antwort darauf eine Kochaktion
mit "Schwaebischem Manioksalat", Kartoffelgratin und Bohnen. Kurz bevor
wir uns zu Tisch begeben, gibt es noch eine Zeremonie sondergleichen...
Nach tagelangen Diskussionen, Gespraechen, sprachlichen Barriereueberwindungen
und Megaabfurzen - "Ausfa(h)rt machen", wird Winnie endlich und verdient
zum "King of the AusFA(h)RT" gekroent. Nach dem ganzen Bier und einem
"Staerkeschock" durch Maniok, Kartoffeln und Bohnen sind wir alle so geplaettet,
dass wir die allabendliche Flasche Cachaca nicht ganz schaffen und relativ
zeitig bettwaerts gehen. Morgen ist dann der letzte Tag im Paradies!
Donnerstag, 10. November 2005
Ziemlich frueh stehen auch schon Borella und Duda mit Hund vor der Tuer.
Und natuerlich hat er auch schon einen Plan in der Hinterhand. Eine Busfahrt
zum etwa 10 km entfernten Cambury Beach. Da gibt´s dann ne kleine Strandwanderung.
Die ganz Mutigen unter uns haben dabei die "Strandwanderung" über einen
netten kleinen Felsvorsprung gemacht, die anderen sind einfach aussen
rum gelaufen - warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?!? Aber der
Rest der Meute, der sich schon zu frueh gefreut hatte, ohne Anstrengung
davon zu kommen, wurde auch nicht verschont... Um zu einigen abschliessenden
Bierchen zu gelangen, mussten wir bis knapp unter die Badehose durch einen
Zufluss zum Meer waten - Kneipp-Kur pur. Aber wir haben es geschafft -
yes!!! Die Belohnungs-Biere gab´s dann im Capeta Do Nene. Dort gab´s ausser
Gebrautem noch einen ziemlich geilen Longdrink / Cocktail des Hauses -
absolut empfehlenswert. Zurueck in der Villa werden auch langsam die Vorbereitungen
fuer unser Abschlussfest(fr)essen getroffen. Absolut grandios, was da
aufgefahren wird. Reis, Bohnen, Currygemuese mit Soja, selbstgeschnitzte
Pommes, Salat, jede Menge Bier und natuerlich Cachaca. Ein wirklich gelungener
Abschluss. Zu diesem Anlass schaut auch noch mal der Hausgecko vorbei
- und zur Abwechslung knallt auch mal richtig die Sonne.
Freitag, 11. November 2005
Auspennen und am fruehen Nachmittag geht´s mit Ricardo und seinen Kollegen
auch schon wieder Richtung Smogglocke Sao Paulo. Es ist Wochenendstart
und die Leute fahren Amok. Wir brauchen Stunden, um endlich anzukommen.
Etwas geschlaucht von der Fahrt gibt´s erst mal ne Dusche und nen Snack.
Als spaeter der Rest (Winnie, Karsten, Jacko) kommt, packen wir unsere
Sachen und ziehen zu Borellas Cousin ordentlich abfressen. So komplett
gestopft und gut angesoffen geht´s relativ zeitig wieder bettwaerts. Schade,
dass der kurze UrlaubsTourTrip schon wieder vorbei ist. War uebrigens
klar, dass nach dem mittelmaessigen Wetter am Strand, der trotzdem für
Migges Megasonnenbrand gereicht hat, am letzten Tag die Sonne schon wieder
ordentlich bollert. Fuer morgen gibt´s nen Ausflug zu einem buddhistischen
Tempel. Wir sind gespannt...
Samstag, 12. November 2005
Heute ging´s recht frueh los - Borella hat noch ein zweites Auto besorgt
und so machen wir uns auf den Weg zum Templo Zu Lai. Nach ca. 1,5 Std.
Fahrt durch die brodelnde Stadt, wieder an unzaehlingen Favellas vorbei,
kommen wir an. Beeindruckend, was die philosophischen Glatzkoeppe da in
die Pampa gestellt haben. Schnell uebertraegt sich die ruhige, entspannte
Atmosphaere auf uns alle und wir geniessen den Spaziergang durch den Park,
das vegane All you can eat-Buffet und richtigen Expresso. Balsam für die
Seele. Am spaeten Nachmittag verbringen wir auf dem Rueckweg noch einige
Zeit im Einkaufszentrum New Downtown Angusta nahe der Paulista Ave. von
Sao Paulo. Das ganze verbinden wir gekonnt mit ein paar Feierabend-Bierchen.
Anscheinend faehrt auch Papito auf seinem Motorrad vorbei, während wir
uns am Strassenrand mit ein paar SKOL (brasilianische Biermarke) abkuehlen.
Wieder zuhause warten wir bis Borella die Karre zurueckbringt und bereiten
uns geistig auf ein typisch brasilianisches All you can eat-Buffet vor.
So landen wir nach einem ordentlichen Fussmarsch und mit Maegen, die schon
in den Kniekehlen haengen, in einem brasilianischen Fresstempel, in dem
es streckenweise recht laut und chaotisch zugeht. Laut auch deshalb, weil
gerade ein Geburtstag gefeiert wird, bei dem der ganze Saal mitzufeiern
scheint. Bei uns unvorstellbar. Wieder gestopft und froh, den Heimweg
zu Fuss ohne weitere Zwischenfaelle geschafft zu haben, fallen wir gleich
ins Bett, da wir morgen wegen dem weiten Weg zum naechsten Gig schon recht
frueh wieder aus den Schlafsaecken muessen.
Sonntag, 13. November 2005
ARARAQUARA!!! Gig mit Social Chaos, Correra
Nachdem der Wecker seinen Dienst versagte, wird das ganze ein recht hektischer
Morgen, bis wir schliesslich von Gepeto, einem Fahrer und seinem Schulbus
abgeholt werden. Heute steht mit 4 - 5 Std. Fahrt der laengste Trip an.
Nachdem wir geladen und endlich unsere CD, die inzwischen fertig wurde,
gecheckt hatten, ging´s auch los. Ziel: ARARAQUARA Nachdem wir Sao Paulo
lange hinter uns gelassen haben und das Land flacher wird, gibt´s erst
mal eine Rastpause. Immer weiter scheint es mehr und mehr, als wuerden
wir durch Texas fahren. Es wird immer flacher und bald gibt es links und
rechts der Autobahn nur Felder, Weiden und Rinder. Auffaellig auch, dass
wir staendig Maut zahlen muessen. Die Autofahrer so zu schroepfen haben
die Brasilianer sicher von den Europaeern gelernt. Endlich am Treffpunkt
angekommen, an dem wir uns mit dem Veranstalter treffen wollten um lange
Wegerklaerungen zu vermeiden, machen sich Migge, Rossi und Winnie (in
Socken) erst mal auf den Weg, Bier zu suchen... Nachdem die Veranstalter
uns dann aufgeschnappt haben, sind wir zu dem Laden gefahren, wo das Spektakel
stattfinden soll. Interessant, spartanisch mit einem ziemlich durchgeknallten
Besitzer. Der Veranstalter selbst ist in ein Tattoostudio um die Ecke
involviert, welches wir auch gleich mal anchecken. Ausserdem haengt die
komplette Band CORRERA da auch noch mit drin. Noch kurz zu den Junges
von CORRERA nach Hause - das erste Mal auf der Tour, dass es vorm Gig
was zu essen gibt. Ein bemitleidenswerter Hund ist da auch vor Ort - großer
Kampfhund ohne Ohren - was manche Leute wohl schoen finden... Und zurueck
zum Venue. Da sind auch schon die ersten Leute vorm Laden. Schnell der
letzte Soundcheck von SOCIAL CHAOS, Merch aufgebaut und los geht´s. In
dem vollen Laden geht´s erst mal verhalten zur Sache. SOCIAL CHAOS geben
wie gewohnt Vollgas. Gepeto macht derweil den Merch. Umbaupause und CORRERA
drehen mit recht brutalem HC auf. Geht schon etwas mehr ab. Aber fast
wie vermutet flippen die Leute bei Mutante voellig aus. Leider haben wir
etwas unter dem Equipment und dem leicht miserablen Sound zu leiden. Aber
offenbar bekommt keiner mit, dass wir bei dem ein oder anderen Song nicht
ganz an einer Strippe ziehen, denn die Stimmung und das anschliessende
Feedbach sind bombastisch, was sich auch durch die bisher besten Merchverkäufe
bestaetigt. Abschliessend geht´s noch auf ein Aftershow-Bierchen ins Tattoostudio
und danach wieder zurück nach ABC-Area Sao Paulo - durch die dunkle Nacht.
Montag, 14. November 2005
Gig in der Black Jack Rock Bar mit Doble Fuerza, Patria Armada, Paranoycos,
Nostalgia 77 Nachdem Borella noch mal für alle gekocht hat, geht´s
zum letzten "Shopping". Besorgungen für uns und unsere Lieben zu Hause.
Spaeter kommen Gepeto und Tranquera vorbei, um uns abzuholen. Wir sind
sehr gespannt auf die Black Jack Rock Bar. Dort angekommen, sind wir die
ersten und die Bar oeffnet kurz darauf. Es ist ca. 22:00 Uhr. Nach und
nach trudeln auch die anderen Bands ein, unter anderem eine Band aus Argentinien.
Bis es vollends losgeht, gibt´s noch Cerveja beim Imbiss nebenan. Sehr
freundlich auch der Empfang des Black Jack Bar-Chefs Werner, der auch
ein paar Brocken deutsch spricht. Langsam fuellt sich der Laden. Leider
auch immer wieder mit ein paar nationalistischen Glatzen zwischendrin.
Offenbar wird das Thema hier anders gehandelt. Und so sind wir umso erfreuter,
als sich ein paar dieser Kotzbrocken nach anfaenglichen Rangeleien draussen
selbst gegenseitig auf die Fresse hauen... Die Mischung der Bands: Hauptsächlich
Punk Rock´n´Roll und PATRIA ARMADA eher HC. So fallen wir wieder mal aus
dem Rahmen und hauen den Leuten richtig eins um die Ohren. Die Leute,
darunter mittlerweile viele bekannte Gesichter, geben alles, wir noch
mehr - ist ja schliesslich der letzte Gig.
Die Story am Rande:
Nachdem Rossi schon seit Tagen immer wieder als Papito benannt wird, wurde
das Raetsel für uns wie folgt gelueftet. Papito ist der Sohn einer hohen
brasilianischen Politikerin, auch durch seine Band in Brasilien sehr populaer
und wohl laenger schon bemueht in die Underground-Punkszene zu kommen,
was ihm bloederweise auf grund seiner Herkunft immer erschwert wurde.
Wegen seiner blondierten Haare, oft auch gestellt, war da gleich die Parallele
gefunden. Und nachdem Borella und anschließend Duda total aufgeloest angerannt
kamen und etwas von Papito geschwafelt hatten passierte das Unglaubliche
- Rossi trifft Papito. Hat er sich doch tatsaechlich auf den Gig in der
Black Jack Bar verirrt um sich ein paar Punkbands reinzuziehen. In der
Millionenstadt Sao Paulo mit seinen zahlreichen Clubs gleicht das einem
6er im Lotto, dass sich so eine Prominenz ausgerechnet auf so einen Gig
begibt, wenn da sogar noch der Mutantenstadl am Start ist mit seinem Papito
II
Dienstag, 15. November 2005
Der Abschied naht... Ausgemacht war, dass uns der Bus um 17:00 Uhr bei
Borella und Duda aufsammelt und uns zum Flughafen bringt. Nachdem Duda
aber die glorreiche Idee hatte, beim Flughafen anzurufen, ob der Flug
planmaessig geht haben wir eine boese Ueberraschung erlebt. Migge, den
wir dazu auserkoren hatten, anzurufen hat uns mitgeteilt, dass wir um
17:30 Uhr bereits einchecken sollen - große Panik! Gebessert hat sich
das auch nicht, nachdem wir von den restlichen Mutanten keinen erreicht
haben und auch die Anrufe von Borella bei Caue ins Leere gelaufen sind.
Also blieb uns nichts anderes uebrig, als wenigstens mal unsere Sachen
in den Hof zu tragen und zu hoffen, dass die anderen nicht irgendwo abgestuerzt
sind. Wenigstens der Bus kam diesmal ohne die uns mittlerweile wohl bekannte
"brasilianische Puenktlichkeit". Aber immer noch keine Mutanten in Sicht...
- nervenaufreibendes Warten... Nachdem Borella doch irgendwann Caue erreicht
hat und uns mitgeteilt hat, dass die anderen in aller Seelenruhe einkaufen
sind - *grmbl* Zum Glueck sind sie dann irgendwann aufgetaucht - die vermissten
Mutanten. Auf Grund der spaeten Stunde musste der Abschied leider etwas
kurz ausfallen - aber man sieht sich ja hoffentlich wieder. Und ja - es
hat uns noch gereicht - wir haben um 17:50 Uhr eingecheckt und wir waren
NICHT die letzten!
Noch
mehr Pics gibts in unserer Gallery unter PICS, oder gleich hier
und
hier gibts einen clip aus dem
Estudio
Caffeine
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downtown
S.P.


Winnie
checkt sein berimbao
Hangar
110

der
gig in der samba-schule
Estudio
Caffeine

Juquehy
Beach

der
gekroente King Of The AusFA(h)RT

naechtlicher
besuch vom hausgecko
Templo
Zu Lai
"schulausflug
der mutanten-klasse"
Winnie:
auf socken durch Araraquara
Gepeto
(Acao Direta) und Borella (Social Chaos)
der
gig in Araraquara
after
show im tattoo studio
Black
Jack Rock Bar

die
2 Papitos
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